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«Die Zinsen werden in Deutschland auf Sicht von einer Generation sehr niedrig bleiben»

Manfred Gridl
Manfred Gridl
Geschäftsführer
Gridl Asset Management GmbH, München gridl-asset-management.de

12. April 2019

Herr Gridl, Sie sind ein Multi-Asset-Spezialist. Wie lebt es sich damit im aktuellen Börsen­umfeld?

Mit dem aktuellen Umfeld an den globalen Finanz­märkten können wir sehr gut leben - dies zeigt sich auch an der Wert­ent­wicklung des «Gridl Global Macro UI Fonds». Hier bieten wir Anlegern eine «All­wetter­taug­liche Anlage­strategie», mit der man bei schlechtem Börsen­wetter nicht im Regen steht und bei Sonnen­schein an den Finanz­märkten von einer posi­tiven Wert­ent­wicklung profi­tieren kann. Gerade der Multi-Asset-Ansatz ist entscheidend, um in dem derzei­tigen Markt­umfeld bestehen zu können. Wir können auf ein breites Anlage­uni­versum zurück­greifen und unsere Ideen direkt und unver­züglich umsetzen. Unsere Grund­an­nahme ist schon seit Jahren, dass die Zinsen für sehr lange Zeit sehr niedrig bleiben werden. Für Deutschland erwarten wir auf Sicht von wenigstens einer Gene­ration sehr niedrige Zinsen. Dies wird das Börsen­umfeld noch lange beschäf­tigen.

Sie sind damit aber nicht allein im Markt…

Da haben Sie Recht: Es gibt im deutsch­sprachigen Raum weit mehr als 10.000 Fonds! Aber uns unter­scheidet einiges von der grossen Masse der Anbieter: Wir sind ein familien­geführtes Unter­nehmen und selbst in dem «Gridl Global Macro UI Fonds» investiert. Unser Denken und Handeln sind nicht von Quartals­ergeb­nissen geprägt, sondern für uns geht es darum, über viele Jahre beziehungs­weise Jahr­zehnte hinweg erfolg­reich zu agieren. Unser persön­liches Wohl hängt ganz mass­geblich vom Erfolg unseres Unter­nehmens ab. Meine Frau und ich können beide auf über 20 Jahre Erfahrung in der Fonds- und Finanz­industrie zurück­blicken. Die - teil­weise auch leid­vollen - Erfah­rungen dieser Jahre sind in unser Anlage­konzept einge­flossen und spiegeln sich beispiels­weise im aktiven Draw-Down-Mana­gement wider. Als Fonds­boutique bieten wir unseren Kunden natürlich auch den direkten Draht zu den Entscheidern.

Was sind die Besonderheiten Ihres Angebots?

Wir bezeichnen unser Konzept gerne auch als «Mischfonds 2.0» und verfolgen eine Abso­lute-Return-orien­tierte Anlage­strategie. Im Gegen­satz zu tradi­tio­nellen Misch­fonds, welche häufig an ihrer Bench­mark kleben, setzten wir auf eine aktive Asset-Allo­kation. Wir haben keine Bench­mark, hinter der wir uns «verstecken» können. Unsere Anlage­meinung setzten wir über Einzel­investments in Aktien und Anleihen um. Dazu kommt der aktive Einsatz von Deri­vaten, welche wir sowohl zur Absi­cherung aber auch zur Rendite­steigerung verwenden.

Viele traditionelle Misch­fonds haben in der Vergangen­heit sehr gute Ergeb­nisse erzielt. Es bleibt aber abzu­warten, wie sich diese Konzepte in der Zukunft entwickeln werden, wenn das «Null-Zins-Umfeld» weiterhin Bestand haben wird. Einer­seits wird es von Seiten der vermeintlich sicheren Staats­anleihen keine grossen Rendite­beiträge geben, ander­seits bieten eben diese Anleihen in Krisen­zeiten nur noch sehr begrenzt einen Ausgleich zu fallenden Aktien­kursen und damit keine echte Port­folio­diver­sifi­kation.

Für uns ist hier der aktive Einsatz von Derivaten ganz entscheidend. So hat bei uns die Aktien­quote seit Fond­auf­lage im Dezember 2017 in einer Spanne von 4 Prozent im Herbst letzten Jahres und fast 70 Prozent im Mai 2018 gelegen. Im Laufe der letzten Wochen haben wir Gewinne bei Aktien­anlagen realisiert und die Quote von fast 50 Prozent auf aktuell knapp 30 Prozent reduziert. Diese Reduktion ist primär über den Verkauf von Index-Futures und den Kauf von Put-Optionen erfolgt. Mit diesen Instru­menten können wir das Aktien­risiko sehr gezielt und kosten­günstig steuern, ohne die Struktur der Einzel­anlagen zu verändern. Aber auch mit Anleihen haben wir gute Ergeb­nisse erzielen können. Im derzei­tigen Zins­umfeld ist gerade in diesem Segment die genaue Ana­lyse jedes einzelnen Invest­ments wichtig. Meine Frau hat über 16 Jahre Fonds für Unter­nehmens-, High-Yield- und Wandel­anleihen verwaltet. Dieses Know-how kommt jetzt auch unseren Kunden zu Gute.

Und welchen Typ von Anleger sprechen Sie an?

Unser Angebot richtet sich primär an Vermögens­verwalter und Privat­kunden, die ein aktives Draw-Down-Mana­gement wünschen und gleich­zeitig vom Ertrags­potenzial der Finanz­märkte profi­tieren wollen. Weiterhin sind wir für Dach­fonds inte­ressant, die auf der Suche nach einem diver­sifi­zierenden Ziel­fonds sind. Für Stiftungen, die attrak­tive Ausschüt­tungen suchen und hohe Verluste vermeiden wollen, ist unser Anlage­konzept ebenso geeignet wie für Kunden mit Schweizer-Franken-Referenz­währung, wenn diese den Negativ­zinsen der Schweize­rischen National­bank entkommen wollen, aber das Risiko einer reinen Aktien­anlage scheuen. Für diese Kunden bieten wir eine Anteils­klasse in Schweizer Franken an.

Wie lauten Ihre Ziele für die kommenden Monate?

Zunächst liegt unser Fokus weiterhin auf der Erzielung einer guten Perfor­mance. Wir streben eine Mindest­rendite von Euribor (3 Monate) +3,00 Prozent p.a. nach Kosten an, was wir seit Fonds­auf­lage auch in etwa erreicht haben. Aber wir werden uns in den nächsten Monaten auch verstärkt auf den Vertrieb fokus­sieren. Wir haben gerade eine grosse Road­show in sechs deutschen Städten absolviert und konnten insgesamt vor etwa 400 Inte­ressenten präsen­tieren. In den nächsten Monaten sind weitere Akti­vitäten geplant. Im Laufe des Jahres möchten wir das Fonds­volumen spürbar steigern.

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Zur Person

Manfred Gridl kann auf 20 Jahre Berufs­erfahrung in der Vermögens­ver­waltung und im Fonds­mana­gement bei renom­mierten natio­nalen und inter­natio­nalen Adressen zurück­blicken. Sein Schwer­punkt liegt seit über zwölf Jahren auf der Verwaltung von Multi-Asset-Class-Lösungen mit einem Schwer­punkt auf Absolut-Return-orientierten Anlage­strategien. Weiterhin verfügt er über eine lang­jährige Erfahrung in der Aktien­analyse. Er ist Diplom-Wirt­schafts­ingenieur (Technische Univer­sität Dresden) und CFA Charter­holder.