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Die Produktgeschichte wird für Asset Manager immer wichtiger

Stefan Sealey
Stefan Sealey
Head of Germany, Austria & Switzerland
Citywire GmbH, München citywire.de

22. März 2018

Herr Sealey, Sie kennen den deutschen Fondsmarkt so gut wie wenige andere. Sehen Sie neue Tendenzen?

Wir versuchen uns so gut wie möglich zu informieren, wie viele andere auch in unserer Branche. Auf der Investment-Seite hören wir regelmässig vom Interesse an nachhaltigen Investment-Produkten. Allerdings zeigt unsere Citywire-Fondsmanager-Datenbank, dass trotz der medialen Präsenz die Assets noch nicht wirklich im nachhaltigen Sektor ankommen, sprich Netto-Asset-Zuflüsse enttäuschen.

Auf der Business-Seite freuen wir uns als Medienagentur über die wachsende Nachfrage zu Content-Marketing-Lösungen von Asset Managern. Inzwischen gilt es nicht nur den Brand und die Produkte in den Vordergrund zu stellen, sondern auch durch kreative Formate die Geschichte eines Unternehmens visuell abzubilden, um den heutigen Investment-Ansatz besser zu verstehen. Man könnte sagen, dass es neben den puren Fakten und Daten immer wichtiger in der Branche geworden ist, eine entsprechende Produkt-Geschichte zu erzählen, und mögliche Kunden auch emotional zu erreichen.

Von Robo-Advisorn liest man viel - sind sie ein wirklicher «Game Changer» oder vielmehr ein Sturm im Wasserglas?

Das kann man jetzt noch nicht mit Sicherheit beurteilen. Fakt ist, dass deutsche Privatanleger beim Thema Investment und vor allem Investment-Fonds gefördert und ermutigt werden müssen. Es fliesst viel zu wenig «neues Geld» in den deutschen Fondsmarkt. Robo-Advisor könnten da durchaus einen Unterschied machen und vor allem für Anleger mit kleinerem Volumen attraktiv sein.

Kommen wir zu den Fondsboutiquen, ein Segment, das Ihr Haus medial stark abdeckt. Gibt es da aktuell von vielen Highlights zu berichten?

Dieses Segment ist zweifelsfrei sehr dynamisch; und trifft auch bei unseren Leserinnen und Lesern auf grosses Interesse. Wir berichten regelmässig über spannende Neugründungen, die oft den Weg in die Nische suchen und sich in ihrem Business-Modell fokussieren beziehungsweise auf der Investment-Seite stark spezialisieren. Wenn es darum geht, dass Unternehmen neue Mitarbeiter einstellen, wird das natürlich auch mit grossem Interesse verfolgt.

Sie haben letztes Jahr im Herbst die «Citywire Top 50 Vermögensverwalter» initiiert. Wie wurde diese Auszeichnung Ihres Unternehmens im Markt wahrgenommen?

Die Resonanz war hervorragend und hat Monate lang für Gesprächsstoff in der Branche gesorgt. Die Community der Vermögensverwalter ist für uns sehr wichtig und gewinnt täglich an Bedeutung. Wir wollen mit dem Projekt der «Top 50 Vermögensverwalter» für zusätzliche Transparenz im Markt sorgen und Vermögensverwalter für eine breitere Öffentlichkeit präsentieren. Zudem wird es als Resultat dieser jährlich erscheinenden Sonderausgabe eine neue Veranstaltung von uns geben. Diese richtet sich ausschliesslich an die Zielgruppe der Vermögensverwalter und nennt sich «Citywire Wealth». Am 18. und 19. Oktober 2018 feiert diese neue Veranstaltung in der Mainzer Rheingoldhalle ihre Premiere.

Können Sie uns schon mehr zu «Citywire Wealth» verraten?

Wir haben schon länger eine Veranstaltung exklusiv für Vermögensverwalter in der Planung. Nachdem die Nachfrage und das Interesse am Projekt der «Top 50 Vermögensverwalter» so gross war, werden wir diesen Investorenkreis im Herbst in einer exklusiven Veranstaltung zusammenbringen, um gemeinsam neue Investmentideen und die Herausforderungen im Markt zu diskutieren. Zusätzlich werden dann die Top 50 Vermögensverwalter für das Jahr 2018 gekürt.

Zur Person

Stefan Sealey ist Head of Germany, Austria & Switzerland bei Citywire und seit 2012 für dieses Business verantwortlich. In 2013 eröffnete er das Citywire-Büro in München. Davor war er Produktmanager im Londoner Office. Sealey absolvierte sein Studium an der University of Glasgow, an der er auch 2008 seinen MA in Geschichte erlangte. Seine Karriere begann er dann im gleichen Jahr bei der Royal Bank of Scotland.